06.03

Haunted 2.0 von Mark Traversoni

Lange ist es her: Bei Haunted von Peter Eggink war der Hype groß… und lang waren die Gesichter, als dieser Artikel dann plötzlich nirgendwo mehr verfügbar war. Der Grund für das vorübergehende Verschwinden dieses Effektes aus den Regalen ist in der Zusammenarbeit zwischen Peter Eggink und Mark Traversoni zu sehen. Schon bei der ersten Haunted DVD von Peter Eggink lag ein Zettel mit einigen Tipps und Verbesserungsvorschlägen vom Mark Traversoni in der DVD-Hülle. Nach einiger Zeit war allen klar: “Haunted ist gut, aber da geht noch mehr!”

Haunted 2.0 von Mark Traversoni

Haunted 2.0 von Mark Traversoni

Nachdem schließlich die neue Version “Haunted 2.0″ auf den Markt gekommen ist, kann man das Resultat einer guten Zusammenarbeit direkt sehen. Diesmal läuft der Effekt unter dem Namen von Mark Traversoni und so wie bei der Vorgängerversion als Bonus eine schriftliche Anleitung von Mark Traversoni dabei war, findet man diesmal in der Hülle der “Haunted 2.0 Extreme Edition” als Bonus die ursprüngliche DVD von Peter Eggink – manchmal ist die Zauberbranche wirklich verrückt.

Nun aber zum Artikel an sich: In der Tat ist die Version 2.0 eine klare Verbesserung, vor allem hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Gimmicks. Wo man es bei der Vorgängerversion erleben konnte, dass das Gimmick zu früh oder zu spät auslöste, hat man nun die Möglichkeit, den Zeitpunkt des Starts ziemlich genau zu bestimmen.

Unter den unzähligen Haunted-Deck-Varianten die es heute so gibt, fällt die Auswahl sicher nicht immer leicht. Ganz klar für “Haunted” spricht dabei, dass man tatsächlich nach dem Ablegen des Kartenspiels keinerlei Kontakt mehr zu selbigen hat. Wo man bei anderen Varianten einen Invisible Thread durch das Kartendeck fädeln oder an einer Nylonschnur zerren muss, funktioniert “Haunted” praktisch automatisch. Dadurch hat man die einzigartige Möglichkeit, die Karten zusätzlich mit einer Käseglocke abzudecken. Die Zuschauer sehen dann durch die Käseglocke hindurch, wie sich das Kartenspiel von selbst abhebt und die vom Zuschauer gewählte und unterschriebene Karte heraus springt. Ein wirklich toller Effekt.

Nachdem die neue Version viel zuverlässiger und das Set erheblich umfangreiches ist, wird man vom Preis angenehm überrascht, denn dieser ist exakt gleich geblieben.


Fazit

Ein sehr visueller und brauchbarer Effekt bei dem eigentlich alles stimmt. Top Qualität und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine komplett durchdachte Sache die man eigentlich immer und überall anwenden kann.

Gesamtbewertung: 9/10

10.01

Myth von Mark Gray

Ist Myth ein weiteres Highlight von Alakazam oder eher einer der Effekte, die das Close Up Case nur mit weiteren speziell präparierten Spielen zumüllen und die dann doch keiner vorführt? Ich habe mit den Effekt genau angeschaut und meinen aktuellen ACAAN Effekt durch Myth testweise ersetzt. Vom Ergebnis war ich sehr überrascht.

Myt von Mark Gray

Myth von Mark Gray

Normalerweise versuche ich präparierte oder gelegte Spiele in meinem Close Up Programm sehr selten einzusetzen, denn mir ist die Gefahr zu hoch, dass es irgendwann auffällt. Z.B. dann wenn ein Zuschauer zuvor eine Karte unterschrieben und behalten hat und diese dann im scheinbar gleichen Spiel (welches gegen ein präpariertes ausgetauscht wurde) wieder auftaucht. Murphys Law wird immer öfter zuschlagen und genau diese Karte liegt im präparierten Spiel durch Zufall unten und wird gesehen. Für mich muss der Effekt, den ich mit dem präparierten Spiel erreiche schon sehr gut sein, damit ich dieses Risiko auf mich nehme. Myth ist definitiv einer dieser Effekte.

Der Effekt ist nach kurzem einüben und einmaligem etwas aufwändigerem Beschriften der Karten vorführbar. Während der Erklärung unterhalten sich Peter Nardi und Mark Gray immer wieder angeregt auf der DVD, was für Menschen mit schlechteren Englischkenntnissen etwas schwer zu Verstehen sein dürfte. Hierfür ziehe ich einen Punkt von der Wertung ab. Jedoch sollte man die Quintessenz des Ganzen und die Handhabung des Effektes mit mäßigen Englischkenntnissen verstehen können.


Fazit

Es gibt viele ACAAN Effekte, für die man ein spezielles Deck benötigt. Myth ist meiner Meinung einer der besten davon, denn er bringt etwas mit, das vielen ACAAN Effekten abgeht. Zeit! Wenn man mit vier Zuschauern arbeitet und alle einzeln abheben lässt (wie im Demo Video) bekommt der Effekt eine optimale Länge. Bei den meisten ACAAN ist der Effekt sehr schnell vorbei. Der Zuschauer wird gebeten sich eine Karte und/oder eine Zahl zu denken, der Künstler oder der Zuschauer blättert das Spiel auf und BÄM die Karte ist da. Vielen Zuschauern geht das einfach zu schnell vor allem hinterfragen sie oft den Sinn des Effektes. Natürlich kann ich die Dauer jedes ACAAN Effektes in die Länge ziehen, indem ich die Zuschauer “volllabere”, jedoch wird es dem Zuschauer dann schnell langweilig weil in der Zeit nichts passiert. Durch die Handhabung von Myth wirkt der Effekt keinesfalls in die Länge gezogen oder dergleichen, verschafft einem aber die nötige Zeit um den Zuschauer an den Effekt heran zu führen und ihm näher zu bringen, um was es bei dem Effekt geht und wie unmöglich das ganze eigentlich ist. Der Nachteil ist, man braucht gleich zwei Gimmickspiele (1 Punkt Abzug hierfür), hat aber dafür damit einen tollen Effekt im Gepäck.

Gesamtbewertung 8/10

27.11

Heritage von Martin Adams

Ich liebe Close Up Effekte, zu denen man eine schöne und etwas längere Geschichte erzählen kann, die trotzdem für das Publikum nicht langweilig werden und am Ende einen wirklich starken magischen Eindruck hinterlassen. Martin Adams verspricht mit seinem Effekt Heritage genau das, aber wird der Effekt auch den hohen Versprechungen und den damit verbundenen Erwartungen gerecht?

Heritage von Martin Adams

Heritage von Martin Adams

Auf der englischsprachigen DVD sieht man zunächst die Vorführungen mehrfach hintereinander mit unterschiedlichen Zuschauern. Leider wird hierbei nicht englisch gesprochen und man muss sich auf die Untertitel konzentrieren. Das finde ich eher suboptimal gelöst, denn man sollte auf einer DVD eine gesprochene Sprache konsequent durchziehen.

Die Erklärung des Effektes erfolgt Step by Step in gut verständlichem Englisch. Die einzelnen Schritte werden genau und detailreich erklärt, ohne jedoch irgendwann langweilig zu wirken. Hier hat Martin wirklich genau das richtige Maß an Details und Geschwindigkeit gewählt. Bei der Auswahl des Pokerchips erklärt er mehrere Varianten, so dass der Vorführende sich die am besten zu ihm passende heraussuchen kann.

Was die Credits auf der DVD angeht, hat Martin seine Hausaufgaben gemacht und erwähnt die Force und Moveerfinder entweder während der Erklärung oder am Schluss in der Credit Section.

 
Fazit

Martin hat mit seinen Versprechungen meiner Meinung nach definitiv Wort gehalten. Ich habe den Effekt nun ein paar Mal vorgeführt und er kommt wirklich toll beim Publikum an. Eine kleine Änderung habe ich jedoch daran vorgenommen, denn ich finde es unhöflich sich eine Uhr von einem Zuschauer zu leihen und diese dann zu verstellen. Vor allem weil die erklärte Technik auch nicht mit jeder Uhr funktioniert. Von daher verwende ich meine eigene Uhr und kann dieses Vorgehen auch nur empfehlen. Ansonsten kann ich hier eine klare Kaufempfehlung für Anfänger, Semipro’s und Pro’s aussprechen.

Gesamtbewertung 8/10

11.10

Random von Peter Nardi

Seit längerer Zeit vermarktet Alakazam viele Artikel von externen Künstlern. Mit Random startet Peter Nardi, der Gründer von Alakazam, mal wieder mit einem eigenen Effekt. Random ist ein Karteneffekt, bei dem der Zuschauer fast die komplette Handlung übernimmt und der Zauberkünstler trotzdem mit seinen Vorhersagen immer richtig liegt.

Random von Peter Nardi

Random von Peter Nardi

Zusammen mit der englischsprachigen DVD erhält man ein spezielles Kartenspiel, welches man für Random benötigt. Bei SteMaRo-Magic gibt es auch noch eine deutschsprachige Anleitung dazu. Die DVD ist schön gestaltet und Peter erklärt den Effekt ohne lang um den heißen Brei zu reden. Nach knapp 30 Minuten kann man den Effekt vorführen. Da keine, aber auch wirklich gar keine Kartentechniken zum Einsatz kommen, muss man sich lediglich den Ablauf einprägen.

Ich habe den Effekt jetzt schon einige Male vorgeführt und immer sehr gute Reaktionen bekommen. Obwohl ich in meinem professionellen Repertoire normaler Weise darauf achte, keine Unmengen von Trickkarten oder Trickdecks zu verwenden, wird Random trotzdem fester Bestandteil meines Close Up Programms, denn der Effekt kommt sehr gut an.

Ein kleiner negativer Punkt ist mir jedoch aufgefallen. Eine der Spielkarten im Deck ist so präpariert, dass nur Rechtshänder damit etwas anfangen können. Ich hab Peter gestern in einem Gespräch darauf hingewiesen und er hat mir gesagt, dass er es bei der nächsten Produktion berücksichtigen wird und die Karte zusätzlich auch für Linkshänder präpariert.

Fazit

Wir immer liefert Alakazam hier einen echt praxistauglichen Effekt. Peter hat sich viele Gedanken über das Handling gemacht und erklärt den Effekt auf der DVD in gewohnter souveräner Manier. Zwar kann jeder Linkshänder die fehlende Linkshänderpräparation selbst nachholen, ich hätte mir jedoch vom Hersteller dahingehend etwas mehr Rücksicht auf die Linkshänder erwartet. Hierfür gibt es einen Minuspunkt.

Gesamtbewertung 9/10

20.09

Big Revelation von Wayne Dobson

Der Effekt “Big Revelation” hat von allem etwas: es ist gewissermaßen ein Mentaleffekt, aber auch ein Kartentrick sowie ein Comedy-Act. Man kann “Big Revelation” sowohl Close-Up wie auch Stand-Up vorführen und wenn man will, dann kann man den Trick sehr gut mit anderen Effekten (z.B. Invisible Deck) kombinieren oder auch als “Stand-Alone” sogar völlig ohne Spielkarten präsentieren. 

Big Revelation von Wayne Dobson

Big Revelation von Wayne Dobson

Der Erfinder dieser Routine ist kein geringerer als Wayne Dobson und wer seine Effekte kennt, der weiß, dass man sich auf die Praxistauglichkeit verlassen kann. Abgesehen davon ist ”Big Revelation” extrem einfach vorzuführen, man muss keine Techniken oder Griffe beherrschen und kann sich also ganz auf die Präsentation konzentrieren. 

Bei “Big Revelation” geht es zunächst um eine Karte die der Zuschauer in Gedanken wählt, aber natürlich nicht nennt. Dieser Kartenwert soll nun auf magische Weise erraten werden und dazu wird ein gefaltetes Plakat benutzt um den Zuschauer völlig in die Irre zu führen. Jedes mal wenn das Plakat ein Stück weiter aufgefaltet wird, passiert irgend etwas lustiges – dabei wird immer die Frage an den Zuschauer gestellt, ob er seine gewählte Karte auf dem Plakat sehen kann. Zum Beispiel wird einmal eine Karte mit dem Wert “Pik 14″ sichtbar und kurz darauf erscheint die “Karo 15″; beide Kartenwerte existieren natürlich nicht und der Zuschauer wird selbstverständlich nicht bestätigen können, dass seine Karte erraten wurde. Jeder der etwas Ahnung von Spielkarten hat, wird sofort bemerken, dass die gezeigten Kartenwerte nicht ernst gemeint sein können (all diejenigen die es nicht sofort bemerken können ggf. aufgeklärt werden).

Nein - Symbol

Nein - Symbol

Schließlich wird der Zuschauer gefragt, ob er denn wisse, wie es nun weiter gehe. Die Antwort wird “Nein” sein und wenn das Plakat erneut aufgefaltet wird, dann ist dort ganz groß das Wort “No” zu lesen (in der deutschsprachigen Version ist das Wort “Nein” abgebildet). Zumindest diese Vorhersage hat offensichtlich funktioniert. Zum Schluss wird das Plakat ganz aufgefaltet; man sieht eine ganze Menge unterschiedlicher Karten die dort kreuz und quer aufgedruckt sind. Eventuell ist die Karte des Zuschauers dabei, vielleicht aber auch nicht – egal – die Vorhersage ist alles andere als magisch. Spätestens an diesem Punkt ist sich der Zuschauer sicher, dass seine in Gedanken gewählte Karte nicht erraten werden kann. Genau an diesem Punkt wird jedoch der korrekte Kartenwert genannt und das sorgt dann doch für eine Überraschung. Anschließend wird gleich noch eine zweite Karte (kann auch von einem anderen Zuschauer gewählt werden) zielsicher erraten.

Bis zu diesem Punkt hat man mit der “Big Revelation” zwei von den Zuschauern frei gewählte Karten erraten und für lustige Unterhaltung gesorgt. Soweit – so gut. Aber wer das volle Potential aus dieser Nummer schöpfen will, der sollte diesen Effekt mit einem “Invisible Deck” kombinieren, denn dann kann man zum Schluss auch noch zeigen, dass die vom Zuschauer gewählte Karte als einzige verkehrt herum in einem Kartenspiel liegt. der Clou: das Kartenspiel lag die ganze Zeit über offen auf dem Tisch und wurde nicht berührt.

Falt-Tafel / Plakat in Deutsch

Falt-Tafel / Plakat in Deutsch

Im Lieferumfang sind eine DVD und ein gefaltetes Plakat dabei. Das Problem: das mitgelieferte Plakat ist englischsprachig, was bedeutet, dass das Wort “No” darauf abgebildet ist und somit kann dieses Plakat bei einer Vorführung vor deutschsprachigem Publikum nicht eingesetzt werden. Ein deutschsprachiges Plakat kann man allerdings jederzeit dazu bestellen und somit ist man dann auch für die Präsentation in Deutsch gerüstet (dort ist das Wort “Nein” anstelle von “No” abgebildet). Bei SteMaRo-Magic bekommt man das deutschsprachige Plakat gleich kostenlos dazu wenn man den Effekt “Big Revelation” dort bestellt. Alternativ ist das deutschsprachige Plakat dort auch einzeln erhältlich.

Besonders praktisch ist an diesem Effekt, dass man problemlos auch vor größerem Publikum zaubern kann, da das Plakat auch auf weitere Distanz gut sichtbar ist. Außerdem hebt sich die Präsentation visuell von anderen Karten- und Mental-Effekten ab so dass man auch gleich etwas Abwechslung in der Show hat.

 
Fazit

Der Effekt ist schön, einfach vorführbar und gut durchdacht, allerdings sollte man den Grund-Effekt mehr als Comedy-Nummer sehen. Der Unterhaltungswert ist dann auf jeden Fall gegeben. Ich würde jedoch sehr empfehlen ein Invisible Deck für den Schluss-Effekt mit einzubinden denn nur dadurch wird der Höhepunkt dieses Tricks richtig zur Geltung gebracht. Meiner Meinung nach sollte man “Big Revelation” sowieso nicht als Einzeltrick sondern als Ergänzung bzw. Alternative zur klassischen Invisible-Deck-Routine sehen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist auf jeden Fall völlig in Ordnung denn schließlich ist im Lieferumfang auch eine gut gemachte DVD dabei.
Das einzige Manko könnte das englischsprachige Plakat sein, jedoch kann man jederzeit ein deutschsprachiges dazu kaufen (bzw. bei SteMaRo-Magic bekommt man es gleich gratis dazu). Somit ist auch dieses “Manko” beseitigt.
Alles in allem also auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

Gesamtbewertung (dafür gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, je nachdem wie man es verwendet):
7/10 – ohne Invisible Deck
8/10 – mit Invisible Deck kombiniert
10/10 – mit Invisible Deck kombiniert und mit deutschsprachigem Plakat

20.08

Aura von Jay Crowe

Immer direkter, immer visueller und dabei möglichst einfach – das sind immer häufiger die Ansprüche die an einen Kartentrick gestellt werden. Genau das verspricht der Hersteller Ellusionist nun mit seinem Effekt “Aura” von Jay Crowe zu erfüllen, aber kann dieser Kartentrick halten, was der Hersteller verspricht?

Aura von Jay Crowe

Aura von Jay Crowe

Betrachtet man zunächst einmal den Lieferumfang, so scheint das auf den ersten Blick etwas “Ellusionist-untypisch”, denn es gibt diesmal keine DVD zum Gimmick dazu sondern nur ein kleines Booklet (und exklusiv bei SteMaRo-Magic natürlich auch noch eine hauseigene deutsche Anleitung). DVD hin oder her – das muss kein Nachteil sein, denn wenn der Effekt so einfach ist, wie Jay Crowe verspricht, dann kann man auf die DVD sowieso verzichten.

Und da sind wir auch schon beim Thema: Der Effekt ist grundsätzlich schon sehr einfach vorzuführen, jedoch muss man ein paar “Rahmenparameter” beachten um mit der Präsentation erfolgreich zu sein und genau dies erfordert ein wenig Erfahrung. Wer sich mit Aura näher beschäftigt, der wird sicherlich zustimmen, dass der Effekt zwar wirklich sehr visuell und stark ist, dass allerdings die Aussage des Herstellers bezüglich der besonders einfachen Handhabung nur eine Halbwahrheit ist. Fakt ist, dass für Aura Sonnenlicht benötigt wird… kein zu starkes und kein zu schwaches und genau das ist der Knackpunkt. Man kann den Effekt nicht bei Abenddämmerung und auch nicht bei strahlender Mittagssonne vorführen – alles was dazwischen liegt ist jedoch perfekt für die Vorführung geeignet. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist der Rest wirklich nicht mehr schwer.

Was bei “Aura” geschieht ist schnell erzählt: Eine unbedruckte Spielkarte wird auf die Hand des Zuschauers gelegt. Dann wählt der Zuschauer aus einem normalen Kartenspiel eine Karte aus und schon erscheint der Kartenwert welcher soeben gewählt wurde auf der Blanko-Karte die sich in der Hand des Zuschauers befindet. Das Besondere daran ist, dass sich die leere Karte nicht auf einmal und ganz plötzlich verwandelt, sondern dass der Kartenwert langsam auf der Blanko-Karte erscheint – man kann dabei zusehen, wie die Farbe und die Kontraste immer stärker werden, bis schließlich ganz deutlich der Kartenwert zu erkennen ist. Die Verwandlung bzw. Erscheinung oder wie auch immer man es nennen will, sieht wirklich sehr mystisch aus.

Der Effekt erinnert insgesamt etwas an “WOW von Masuda”, allerdings ist bei Aura keine Abdeckung bzw. kein Plastik-Kästchen nötig um die Karte erscheinen zu lassen. Dafür ist man eben abhängig vom Sonnenlicht. Alles hat eben seine eigenen Vor- und Nachteile.


Fazit

Aura von Jay Crowe ist tatsächlich nicht schwierig in der Handhabung, jedoch ist es auch nicht ganz so einfach wie vom Hersteller behauptet, denn es müssen ein paar Rahmenbedingungen (Sonnenlicht) beachtet werden. Somit ist das vollmundige Versprechen des Herstellers nur teilweise eingehalten und dafür gibt es einen Punkt Abzug. Der Effekt ist insgesamt sehr visuell und bietet viele unterschiedliche Vorführ-Möglichkeiten, allerdings ist man immer an das Sonnenlicht gebunden, was die Vorführung im Indoor-Bereich sowie nachts unmöglich macht – hierfür werden 2 Punkte abgezogen. Was den Lieferumfang angeht, da hätte man sicherlich auch eine kurze DVD dazu packen können, aber das ist nicht zwangsweise nötig, denn SteMaRo-Magic liefert zusätzlich eine deutsche Anleitung mit. Letztendlich würde ich diesen Effekt insgesamt mit 5 von 10 Punkten bewerten.

Gesamtbewertung: 5 / 10

20.04

Break Out by Peter Eggink

Es gibt unzählige Card to Box Effekte mit diversen verschiedenen Handlings. Peter Eggink schafft mit deinem Break Out jedoch etwas, was andere bisher nicht oder nicht so gut schafften. Durch ein Loch in der Kartenschachtel kann der Zuschauer nach dem verschwinden seiner Karte diese Praktisch schon in der Schachtel sehen, bevor diese geöffnet

Break Out von Peter Eggink

Break Out von Peter Eggink

 wird. Als kleiner Zusatz durchdringt die Karte anschießend offenbar die Schachtel und landet wieder auf der Schachtel. Der Clou an Break Out ist jedoch, dass dies alles mit einer signierten Karte geschieht. Die Unterschrift ist immer im Loch der Schachtel zu sehen, somit ist für den Zuschauer klar, dass kein Duplikat im Spiel sein kann. Zudem kann der Zuschauer Spiel und Kartenschachtel untersuchen. Außer dem Loch wird er keine Präparation finden.

Alakazam ist bekannt dafür brauchbare und praktikable Effekte, die man nicht nur bei Videoperformances, sondern in der “echten” Welt, in echten Vorführsituationen zeigen kann, auf den Markt zu bringen. Genau das ist Peter Nardi und Co bei Break Out wieder gelungen. Peter Nardi erklärt den Effekt im Studio sehr detailreich und Peter Eggink zeigt in seinem gewohnten Style die live Vorführungen in seinem Garten (schein zu einem Markenzeichen von Eggink zu werden).

Mit der DVD erhält man ein Bicycle Spiel (mit Loch in der Schachtel) und ein Gimmick, dass alles Möglich macht. Um den Effekt vorzuführen, muss man einige Slights (Grifftechniken) lernen oder können, von denen der ein oder andere nicht leicht sind. Anfänger haben hier natürlich die Möglichkeit einige grundlegende Techniken an einem praktischen Beispiel zu üben, müssen sich jedoch davon verabschieden den Effekt in einer wirklich täuschenden Version zeitnah vorführen zu können. Für Profis sieht es da anders aus. Routine einprägen, ein paar mal testen und los geht es.

Fazit

Ein geniales Prinzip aus einem genialen Kopf. Ich mochte schon den Flight Case Effekt von Eggink, Break Out fasziniert mich jedoch noch ein Stück mehr, da man ihn perfekt am Ende eine Ambitious Card (Ehrgeizige Karte) Routine zeigen kann. Man endet clean und kann die Karten dem Zuschauer als Souvenir schenken. Was will man mehr!

Gesamtbewertung 10 / 10

29.08

Trick Cyclist

Andrew Normansell hatte mit Trick Cyclist eine sehr schöne Idee für einen amüsanten Close Up Effekt. Witzig und mit einem überraschenden Ende. Der Zuschauer wird sich aufgrund der heiteren Routine lange an diesen Effekt erinnern.

Der Effekt lässt sich wie folgt beschreiben. Drei Zuschauer ziehen jeweils eine Karte und diese werden an unterschiedlichen Positionen ins Deck zurückgesteckt. Zuletzt wird der Joker gezeigt und dem Zuschauer wird erklärt, dass der Joker jede einzelne Karte finden wird.

Hierfür wird der Joker in die Tasche gesteckt und nach einer magischen Bewegung ist er bildoben ins Deck zurück gesprungen. Die Karte direkt unter dem Joker ist die Karte des ersten Zuschauers.

Der Joker wird wieder in die Tasche gesteckt und das Deck wird ausgestreift, der Zuschauer kann nun sehen, dass sich kein Joker bildoben im Deck befindet. Erst nach einer magischen Bewegung springt der Joker zurück und befindet sich bildoben im Deck. Unter ihm, die Karte des zweiten Zuschauers.

Trick Cyclist

Trick Cyclist

Beim dritten Mal scheint jedoch etwas schief zu gehen, nach der magischen Bewegung befindet sich kein Joker bildoben im Spiel. Der Vorführende vermutet den Joker noch in seiner Tasche und tatsächlich befindet er sich noch dort, doch mittlerweile ist er von einem Fahrrad gefallen und kann daher nicht zurück ins Spiel springen um die Karte zu finden.

Nun ist es an Ihnen als Vorführenden die Karte zu finden. Dies geschieht auf eine sehr eindrucksvolle Art. Zeigen Sie Ihre Hände einwandfrei leer vor und schnippen Sie mit den Fingern. Die Karte des letzten Zuschauers befindet sich in Ihrer Tasche und Sie können diese mit spitzen Fingern dort heraus ziehen und den Zuschauern präsentieren.

Peter Nardi präsentiert und erklärt den Trick sehr anschaulich und in gut verständlichem Englisch. Alles was Sie für diesen Trick an speziellem Zubehör benötigen (außer einem Kartenspiel) wird mit der DVD geliefert.

Der Trick kommt wie im Demovideo erwähnt wirklich ohne schwierige und komplizierte Griffe aus, selbst als Neuling sollte man die benötigten Techniken schnell erlernt haben. Alte Hasen hingegen brauchen sich nur den Ablauf zu merken und los geht’s.

Wichtig ist bei Trick Cyclist die saubere und lockere Ausführung der Moves, denn der Trick lebt von der Lockerheit des Künstler, dies macht auch den Witz des Tricks aus. Die Zuschauer werden staunen und lachen wenn Sie den verunglückten Joker sehen, denn damit rechnet niemand. Der Schlüssel zu diesem Effekt ist das Lockere präsentieren und die entsprechende Portion Schauspielkunst, den Sie müssen dem Zuschauer Ihre Verwunderung verkaufen, dass der Joker auf einmal in der dritten Phase nicht im Spiel auftaucht. Ebenso glaubhaft müssen Sie die Verwunderung präsentieren wenn Sie sehen, dass der Joker vom Bike geplumpst ist.

Das Preis- Leistungsverhältnis ist meiner Meinung nach sehr gut und man kann hier, wenn einem witzige Effekte liegen, nicht viel falsch machen.

Gesamtbewertung 7/10

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