Im Bereich der Lern-DVDs für Extreme Karten-Manipulationen (XCM = Xtreme Card Manipulation) trennt sich regelmäßig die Spreu vom Weizen. Grund hierfür ist, dass die Messlatte durch Künstler wie z.B. De’vo, Brian Tudor und Dan&Dave schon sehr hoch liegt und Künstler die da mithalten wollen, müssen heutzutage schon einiges drauf haben. Wer die “Trilogy” oder “Generation Extreme” gesehen hat der weiß, was mit Spielkarten so alles möglich ist und wie hoch die Messlatte liegt.
Faszinierend ist es zu sehen, mit welcher Leichtigkeit Spielkarten abgehoben, gefächert, rotiert, “gespreaded” und durch die Gegend geschossen werden.
Nun gibt es im Bereich der XCM-Lern-DVDs eine Neuerscheinung und das auch noch in deutscher Sprache. Die Rede ist von “Cardistry”. Sofort stellt sich die Frage, wie diese DVD einzuordnen ist. Ist es etwas völlig neues oder nur eine Zusammenstellung alter Techniken? Ist es eine DVD für Anfänger oder eher etwas für Fortgeschrittene oder gar Profis? Ist Cardistry eine lohnende Investition für diejenigen die in die Xtreme Card Manipulation einsteigen wollen oder kommen auch Künstler auf ihre Kosten, die schon viele Techniken kennen und nach etwas Neuem suchen?
Nun – die pauschale Antwort auf all diese Fragen lautet “Sowohl als auch”! Der XCM-Künstler Maurice Pecheur hat mit seiner DVD “Cardistry” ein gut ausgewogenes Lern-Konzept entwickelt bei dem so ziemlich jeder fündig wird. Maurice Pecheur zeigt auf der DVD zunächst Grundtechniken und erklärt die korrekte Handhaltung und Fingerstellung. Wer noch nie eine Spielkarte in der Hand hatte, der findet auf jeden Fall den richtigen Einstieg. Allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich an und geht über mittelschwere Techniken die etwas Übung erfordern bis hin zum absoluten Profi-Stoff.
Maurice Pecheur liefert mit “Cardistry” einige Techniken die man kennen oder gar können sollte. Aber auch ganz neue Techniken und von Maurice selbst kreierte Moves sind dabei und die haben es zum Teil wirklich in sich.
Fazit
Carditsry ist eine sehr gut gemachte DVD mit einen gut durchdachten Lern-Konzept. Die Auswahl der gezeigten Techniken ist so getroffen, dass eigentlich jeder (vom Anfänger bis zum Profi) fündig wird. Wer Ziertechniken mit Spielkarten lernen möchte und wer mit Spielkarten eine richtig gekonnte Show liefern möchte, der sollte sich diese DVD auf jeden Fall zulegen. Auch Fortgeschrittene und Profis die gerne etwas dazu lernen oder die Sammlung an Karten-Moves komplett haben wollen, können getrost zugreifen.
Wenn man bedenkt, wie viel Geld gute XCM-DVDs teilweise kosten, dann kann man bei “Cardistry” das gute Preis-Leistungs-Verhältnis auch nur noch lobend erwähnen!
Gesamtbewertung: 10/10
Daumenkinos kennt man noch von früher, mittlerweile sind sie leider etwas selten geworden. Diese einfache und wirkungsvolle Art, Bilder zu animieren sorgt immer wieder für Begeisterung. Wenn man ein Daumenkino in der Hand hält, dann muss man es fast automatisch immer wieder durch riffeln – als gäbe es einen Instinkt der dafür sorgt.
Das Mechnanic Deck basiert auf dem Prinzip des Daumenkinos. Die Rückseiten dieser Spielkarten zeigen ein Getriebe bestehend aus mehreren Zahnrädern und einer Steuerkette. Riffelt man das Kartenspiel über den Daumen ab, so beginnt das Daumenkino und man sieht, wie sich die Zahnräder in Bewegung setzen. Mit etwas Kreativität wir man als Kartenkünstler schnell das Potential dieses Daumenkinos erkennen, denn mit dem Mechanic Deck kann man Kartentricks praktisch animieren.
Denken wir nur einmal an die gute alte Ambitious Card Routine – also der Kartentrick, bei dem eine vom Zuschauer gewählte Spielkarte immer wieder ganz nach oben wandert. Wird dieser Effekt mit dem Mechanic Deck vorgeführt, dann kann man zwischen den Sequenzen das Daumenkino benutzen um die Spielkarten augenscheinlich im Kartenspiel zu transportieren. Die Spielkarte erscheint somit nicht einfach nur so an oberster Stelle sondern Sie wird praktisch durch das Getriebe auf eine visuelle Weise ganz nach oben transportiert. Natürlich muss die Ambitious Card Routine dafür etwas umgestellt bzw. angepasst werden aber dafür steigt der Unterhaltungswert gleich ungemein.
In Kombination mit anderen Spielkarten lassen sich so auch Color Changes animieren. Man hat sehr viele Möglichkeiten, dieses einfach Daumenkino für magische Zwecke zu nutzen.
Alleine diese ganzen Möglichkeiten machen das Mechanic Deck zu einem hervorragenden Zauber-Requisit. Wer mit Karten zaubert, der sollte es besitzen und benutzen. Qualitativ lässt sich am Mechanic Deck auch nichts aussetzen, denn es hat die gleiche Oberfläche und das gleiche Papier wie Bicycle 808 Karten -> USPCC-Standard eben.
Fazit
Das Bicycle Mechanic Deck ist zunächst schon einmal ein sehr schönes Kartenspiel mit einer interessanten Farbgebung und einem tollen Design. Das eigentliche Potential dieses Kartenspiels tritt erst dann zu Tage, wenn man das Daumenkino, welches in die Rückseiten der Karten eingebaut ist, verwendet. Vom Colour Change bis zur Ambitious Card lassen sich damit viele Tricks animieren und visueller gestalten als je zuvor. Diese Anwendungsmöglichkeit ist (… wenn man vom Stickman Deck und vom Magic Cartoon Deck einmal absieht…) einzigartig und macht aus dem Mechanic Deck ein wirklich sinnvolles Zauberrequisit.
Gesamtbewertung: 10 / 10
Mit diesem weißen Deck hat die US Playing Card Company wieder mal einen Sonderdruck des 808er Decks heraus gebracht.
Der Rücken ist komplett in schwarz weißt gehalten und hat nicht das typische 808 Design. Der Schriftzug Bicycle dominiert die Rückseite der Karte und lässt das Design etwas moderner wirken.
Der Joker sitzt diesmal nicht auf einem Fahrrad und ist bunt anstatt schwarz – weiß. Er lehnt an einer Wand die aus einer 1 besteht, bezogen auf die Limited Edition Nummer 1.
Leider hat es die USPCC entweder vergessen oder nicht für nötig befunden die Lieblingskarte der meisten Zauberer und Pokerspieler mit einem neuen Design zu versehen. Das Pik Ass hat das normale Bicycle Design, was ich persönlich als sehr
schade empfinde, denn gerade auf das Pik Ass Design freut sich der Kartensammler meiner Meinung nach besonders.
Fazit
Schönes Deck, leider kein schönes Pik Ass dabei, was ich als geringe Wertschätzung des Kunden sehe, denn immerhin soll der für das Deck im Verhältnis zum normalen 808 kräftig in die Tasche gehen. Dafür gibts 2 Punkte Abzug.
Gesamtbewertung 6/10
Das Black Ghost Deck ist wie der Name schon vermuten lässt im Gegensatz zu seinem Schwesterdeck dem Ghost Deck schwarz, wurde aber ebenfalls von Ellusionist gestaltet. Ursprünglich gab es nur eine sehr geringe Auflage, die nur an ausgewählte Leute verteilt wurde. Aufgrund dessen wurden die Decks auch sehr hoch gehandelt. Um auf die große Nachfrage zu reagieren bzw. diese zu befriedigen, entschloss sich Ellusionist jedoch die Karten in einer Second Edition erneut drucken zu lassen.
Sämtliche Symbole und Kartenbilder sind in weiß auf schwarz gestaltet, lediglich das Symbol im Index bei den Herz und Karo Karten ist rot gedruckt. Der Joker ist schön und etwas mystisch gestaltet, ganz im Gegensatz zum eher witzigen Joker des weißen Ghost Decks.
Das Rückendesign ist im Prinzip das normale 808 Design in weiß auf schwarzem Karton gedruckt. Die Ränder des Kartenrückens sind jedoch leicht unscharf gestaltet, wodurch ein schöner Effekt entsteht.
Das Pik Ass ist eine invertierte Kopie des weißen Ghost Decks und sieht damit genau so edel aus.
Die Schachtel ist ebenfalls wie das Pik Ass eine invertierte Kopie der Schachtel des weißen Ghost Decks. Schade, gerade hier und beim Pik Ass hätte ich mir mehr erwartet. Das Siegel ist ebenfalls passend in Schwarz und Weiß gehalten und passt zum Gesamtbild der ganzen Schachtel.
Warum das schwarze Ghost Deck in der Regel teurer ist als das weiße wissen die Götter, Ellusionist und die USPC (ach und der Geier… der weiß sowieso immer alles ;-)). Ich vermute es liegt am schwarzen Karton den sich die beiden letzten erwähnten einfach bezahlen lassen.
Fazit
Ich persönlich finde die schwarzen Karten zum Anschauen und privat zu benutzen oder um Fotos für Werbematerial damit machen zu lassen sehr schön, denn es ist einfach mal was anderes. Im professionellen Bereich verzichte ich jedoch auf ihren Einsatz, denn ich habe festgestellt, dass die Zuschauer weiße Karten gewohnt sind, sei es von zu Hause, von Zauberern im Fernsehen oder von Live Zauberei. Die schwarzen Karten wirken auf die Zuschauer (ja ich habe einige viele gefragt) unnatürlich und lassen den Zuschauer eher an Trickkarten glauben. Es gibt für uns jedoch nichts schlimmeres, als wenn wir uns die Hände verbiegen um einen Effekt vielleicht mit Fingerfertigkeit hin zu bekommen, den man sonst mit Trickkarten macht und der Zuschauer sagt oder denkt dann…. “Na ja, waren ja eh Trickkarten”…
Aufgrund des höheren Preises muss ich einen Bewertungspunkt abziehen. Ich hatte erst überlegt wegen oben erwähnten Nachteilen noch einen Punkt abzuziehen, jedoch ist das ein Urteil das nur meine persönliche Meinung bzw. meine persönliche Erfahrung widerspiegelt und es hat nichts mit der Qualität dieses Produktes zu tun.
Gesamtbewertung 8/10