06.03

Haunted 2.0 von Mark Traversoni

Lange ist es her: Bei Haunted von Peter Eggink war der Hype groß… und lang waren die Gesichter, als dieser Artikel dann plötzlich nirgendwo mehr verfügbar war. Der Grund für das vorübergehende Verschwinden dieses Effektes aus den Regalen ist in der Zusammenarbeit zwischen Peter Eggink und Mark Traversoni zu sehen. Schon bei der ersten Haunted DVD von Peter Eggink lag ein Zettel mit einigen Tipps und Verbesserungsvorschlägen vom Mark Traversoni in der DVD-Hülle. Nach einiger Zeit war allen klar: “Haunted ist gut, aber da geht noch mehr!”

Haunted 2.0 von Mark Traversoni

Haunted 2.0 von Mark Traversoni

Nachdem schließlich die neue Version “Haunted 2.0″ auf den Markt gekommen ist, kann man das Resultat einer guten Zusammenarbeit direkt sehen. Diesmal läuft der Effekt unter dem Namen von Mark Traversoni und so wie bei der Vorgängerversion als Bonus eine schriftliche Anleitung von Mark Traversoni dabei war, findet man diesmal in der Hülle der “Haunted 2.0 Extreme Edition” als Bonus die ursprüngliche DVD von Peter Eggink – manchmal ist die Zauberbranche wirklich verrückt.

Nun aber zum Artikel an sich: In der Tat ist die Version 2.0 eine klare Verbesserung, vor allem hinsichtlich der Zuverlässigkeit des Gimmicks. Wo man es bei der Vorgängerversion erleben konnte, dass das Gimmick zu früh oder zu spät auslöste, hat man nun die Möglichkeit, den Zeitpunkt des Starts ziemlich genau zu bestimmen.

Unter den unzähligen Haunted-Deck-Varianten die es heute so gibt, fällt die Auswahl sicher nicht immer leicht. Ganz klar für “Haunted” spricht dabei, dass man tatsächlich nach dem Ablegen des Kartenspiels keinerlei Kontakt mehr zu selbigen hat. Wo man bei anderen Varianten einen Invisible Thread durch das Kartendeck fädeln oder an einer Nylonschnur zerren muss, funktioniert “Haunted” praktisch automatisch. Dadurch hat man die einzigartige Möglichkeit, die Karten zusätzlich mit einer Käseglocke abzudecken. Die Zuschauer sehen dann durch die Käseglocke hindurch, wie sich das Kartenspiel von selbst abhebt und die vom Zuschauer gewählte und unterschriebene Karte heraus springt. Ein wirklich toller Effekt.

Nachdem die neue Version viel zuverlässiger und das Set erheblich umfangreiches ist, wird man vom Preis angenehm überrascht, denn dieser ist exakt gleich geblieben.


Fazit

Ein sehr visueller und brauchbarer Effekt bei dem eigentlich alles stimmt. Top Qualität und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine komplett durchdachte Sache die man eigentlich immer und überall anwenden kann.

Gesamtbewertung: 9/10

28.02

Freedom Pack von Justin Miller

Beim Freedom Pack von Justin Miller wird ein Spielkartenstapel in eine gefüllte Kartenschachtel verwandelt. Das ganze geschieht binnen eines Sekundenbruchteiles indem die Karten in die Luft geworfen und wieder aufgefangen werden. Der Zuschauer sieht also zunächst, dass die Karten ohne Schachtel nach oben geworfen werden und mit bzw. in einer Schachtel wieder herunter kommen (also ordentlich verpackt).

Freedom Pack von Justin Miller

Freedom Pack von Justin Miller

In Sachen “Visualität” lässt das Freedom Pack nichts zu Wünschen übrig, denn das was man da zu sehen bekommt ist wirklich unerklärlich; vor allem weil es völlig ohne zusätzliche Abdeckung funktioniert.

Dieser Kartentrick ist auch nicht schwierig vorzuführen, das schafft selbst ein Anfänger nach ein paar Minuten Übung. Nur auf die richtige Haltung der Hand muss geachtet werden. Alles was man wissen muss, erklärt Justin Miller auf der DVD.

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass der Freedom Pack Effekt zu kurz ist um als eigenständiger Effekt zu gelten. Damit man wirklich etwas vom Freedom Pack hat, muss man unbedingt einen anderen Kartentrick in Kombination vorführen und dabei den Freedom Pack Effekt als Abschluss einsetzen. Kombinationsmöglichkeiten sind in der Zauberliteratur und auch auf unzähligen DVDs zu finden (Stichwort “Ambitious Card”) aber auf der Freedom Pack DVD werden leider keine Kombinationen gezeigt.


Fazit

Insgesamt ist das Freedom Pack eine sinnvolle Sache für all Diejenigen die noch einen passenden Abschluss für die Ambitious Card Routine suchen. Als Einzeltrick hingegen ist der Effekt etwas zu knapp. Die Aufmachung der DVD ist absoluter Standard aber völlig ausreichend – wodurch sich auch ein recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ergibt.

Gesamtbewertung: 7/10

10.01

Myth von Mark Gray

Ist Myth ein weiteres Highlight von Alakazam oder eher einer der Effekte, die das Close Up Case nur mit weiteren speziell präparierten Spielen zumüllen und die dann doch keiner vorführt? Ich habe mit den Effekt genau angeschaut und meinen aktuellen ACAAN Effekt durch Myth testweise ersetzt. Vom Ergebnis war ich sehr überrascht.

Myt von Mark Gray

Myth von Mark Gray

Normalerweise versuche ich präparierte oder gelegte Spiele in meinem Close Up Programm sehr selten einzusetzen, denn mir ist die Gefahr zu hoch, dass es irgendwann auffällt. Z.B. dann wenn ein Zuschauer zuvor eine Karte unterschrieben und behalten hat und diese dann im scheinbar gleichen Spiel (welches gegen ein präpariertes ausgetauscht wurde) wieder auftaucht. Murphys Law wird immer öfter zuschlagen und genau diese Karte liegt im präparierten Spiel durch Zufall unten und wird gesehen. Für mich muss der Effekt, den ich mit dem präparierten Spiel erreiche schon sehr gut sein, damit ich dieses Risiko auf mich nehme. Myth ist definitiv einer dieser Effekte.

Der Effekt ist nach kurzem einüben und einmaligem etwas aufwändigerem Beschriften der Karten vorführbar. Während der Erklärung unterhalten sich Peter Nardi und Mark Gray immer wieder angeregt auf der DVD, was für Menschen mit schlechteren Englischkenntnissen etwas schwer zu Verstehen sein dürfte. Hierfür ziehe ich einen Punkt von der Wertung ab. Jedoch sollte man die Quintessenz des Ganzen und die Handhabung des Effektes mit mäßigen Englischkenntnissen verstehen können.


Fazit

Es gibt viele ACAAN Effekte, für die man ein spezielles Deck benötigt. Myth ist meiner Meinung einer der besten davon, denn er bringt etwas mit, das vielen ACAAN Effekten abgeht. Zeit! Wenn man mit vier Zuschauern arbeitet und alle einzeln abheben lässt (wie im Demo Video) bekommt der Effekt eine optimale Länge. Bei den meisten ACAAN ist der Effekt sehr schnell vorbei. Der Zuschauer wird gebeten sich eine Karte und/oder eine Zahl zu denken, der Künstler oder der Zuschauer blättert das Spiel auf und BÄM die Karte ist da. Vielen Zuschauern geht das einfach zu schnell vor allem hinterfragen sie oft den Sinn des Effektes. Natürlich kann ich die Dauer jedes ACAAN Effektes in die Länge ziehen, indem ich die Zuschauer “volllabere”, jedoch wird es dem Zuschauer dann schnell langweilig weil in der Zeit nichts passiert. Durch die Handhabung von Myth wirkt der Effekt keinesfalls in die Länge gezogen oder dergleichen, verschafft einem aber die nötige Zeit um den Zuschauer an den Effekt heran zu führen und ihm näher zu bringen, um was es bei dem Effekt geht und wie unmöglich das ganze eigentlich ist. Der Nachteil ist, man braucht gleich zwei Gimmickspiele (1 Punkt Abzug hierfür), hat aber dafür damit einen tollen Effekt im Gepäck.

Gesamtbewertung 8/10

27.11

Heritage von Martin Adams

Ich liebe Close Up Effekte, zu denen man eine schöne und etwas längere Geschichte erzählen kann, die trotzdem für das Publikum nicht langweilig werden und am Ende einen wirklich starken magischen Eindruck hinterlassen. Martin Adams verspricht mit seinem Effekt Heritage genau das, aber wird der Effekt auch den hohen Versprechungen und den damit verbundenen Erwartungen gerecht?

Heritage von Martin Adams

Heritage von Martin Adams

Auf der englischsprachigen DVD sieht man zunächst die Vorführungen mehrfach hintereinander mit unterschiedlichen Zuschauern. Leider wird hierbei nicht englisch gesprochen und man muss sich auf die Untertitel konzentrieren. Das finde ich eher suboptimal gelöst, denn man sollte auf einer DVD eine gesprochene Sprache konsequent durchziehen.

Die Erklärung des Effektes erfolgt Step by Step in gut verständlichem Englisch. Die einzelnen Schritte werden genau und detailreich erklärt, ohne jedoch irgendwann langweilig zu wirken. Hier hat Martin wirklich genau das richtige Maß an Details und Geschwindigkeit gewählt. Bei der Auswahl des Pokerchips erklärt er mehrere Varianten, so dass der Vorführende sich die am besten zu ihm passende heraussuchen kann.

Was die Credits auf der DVD angeht, hat Martin seine Hausaufgaben gemacht und erwähnt die Force und Moveerfinder entweder während der Erklärung oder am Schluss in der Credit Section.

 
Fazit

Martin hat mit seinen Versprechungen meiner Meinung nach definitiv Wort gehalten. Ich habe den Effekt nun ein paar Mal vorgeführt und er kommt wirklich toll beim Publikum an. Eine kleine Änderung habe ich jedoch daran vorgenommen, denn ich finde es unhöflich sich eine Uhr von einem Zuschauer zu leihen und diese dann zu verstellen. Vor allem weil die erklärte Technik auch nicht mit jeder Uhr funktioniert. Von daher verwende ich meine eigene Uhr und kann dieses Vorgehen auch nur empfehlen. Ansonsten kann ich hier eine klare Kaufempfehlung für Anfänger, Semipro’s und Pro’s aussprechen.

Gesamtbewertung 8/10

31.10

Cardistry von Maurice Pecheur

Im Bereich der Lern-DVDs für Extreme Karten-Manipulationen (XCM = Xtreme Card Manipulation) trennt sich regelmäßig die Spreu vom Weizen. Grund hierfür ist, dass die Messlatte durch Künstler wie z.B. De’vo, Brian Tudor und Dan&Dave schon sehr hoch liegt und Künstler die da mithalten wollen, müssen heutzutage schon einiges drauf haben. Wer die “Trilogy” oder “Generation Extreme” gesehen hat der weiß, was mit Spielkarten so alles möglich ist und wie hoch die Messlatte liegt.

Faszinierend ist es zu sehen, mit welcher Leichtigkeit Spielkarten abgehoben, gefächert, rotiert, “gespreaded” und durch die Gegend geschossen werden.

Cardistry von Maurice Pecheur

Cardistry von Maurice Pecheur

Nun gibt es im Bereich der XCM-Lern-DVDs eine Neuerscheinung und das auch noch in deutscher Sprache. Die Rede ist von “Cardistry”. Sofort stellt sich die Frage, wie diese DVD einzuordnen ist. Ist es etwas völlig neues oder nur eine Zusammenstellung alter Techniken? Ist es eine DVD für Anfänger oder eher etwas für Fortgeschrittene oder gar Profis? Ist Cardistry eine lohnende Investition für diejenigen die in die Xtreme Card Manipulation einsteigen wollen oder kommen auch Künstler auf ihre Kosten, die schon viele Techniken kennen und nach etwas Neuem suchen?
Nun – die pauschale Antwort auf all diese Fragen lautet “Sowohl als auch”! Der XCM-Künstler Maurice Pecheur hat mit seiner DVD “Cardistry” ein gut ausgewogenes Lern-Konzept entwickelt bei dem so ziemlich jeder fündig wird. Maurice Pecheur zeigt auf der DVD zunächst Grundtechniken und erklärt die korrekte Handhaltung und Fingerstellung. Wer noch nie eine Spielkarte in der Hand hatte, der findet auf jeden Fall den richtigen Einstieg. Allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich an und geht über mittelschwere Techniken die etwas Übung erfordern bis hin zum absoluten Profi-Stoff.

Maurice Pecheur liefert mit “Cardistry” einige Techniken die man kennen oder gar können sollte. Aber auch ganz neue Techniken und von Maurice selbst kreierte Moves sind dabei und die haben es zum Teil wirklich in sich.

 
Fazit

Carditsry ist eine sehr gut gemachte DVD mit einen gut durchdachten Lern-Konzept. Die Auswahl der gezeigten Techniken ist so getroffen, dass eigentlich jeder (vom Anfänger bis zum Profi) fündig wird. Wer Ziertechniken mit Spielkarten lernen möchte und wer mit Spielkarten eine richtig gekonnte Show liefern möchte, der sollte sich diese DVD auf jeden Fall zulegen. Auch Fortgeschrittene und Profis die gerne etwas dazu lernen oder die Sammlung an Karten-Moves komplett haben wollen, können getrost zugreifen.
Wenn man bedenkt, wie viel Geld gute XCM-DVDs teilweise kosten, dann kann man bei “Cardistry” das gute Preis-Leistungs-Verhältnis auch nur noch lobend erwähnen!

Gesamtbewertung: 10/10

11.10

Random von Peter Nardi

Seit längerer Zeit vermarktet Alakazam viele Artikel von externen Künstlern. Mit Random startet Peter Nardi, der Gründer von Alakazam, mal wieder mit einem eigenen Effekt. Random ist ein Karteneffekt, bei dem der Zuschauer fast die komplette Handlung übernimmt und der Zauberkünstler trotzdem mit seinen Vorhersagen immer richtig liegt.

Random von Peter Nardi

Random von Peter Nardi

Zusammen mit der englischsprachigen DVD erhält man ein spezielles Kartenspiel, welches man für Random benötigt. Bei SteMaRo-Magic gibt es auch noch eine deutschsprachige Anleitung dazu. Die DVD ist schön gestaltet und Peter erklärt den Effekt ohne lang um den heißen Brei zu reden. Nach knapp 30 Minuten kann man den Effekt vorführen. Da keine, aber auch wirklich gar keine Kartentechniken zum Einsatz kommen, muss man sich lediglich den Ablauf einprägen.

Ich habe den Effekt jetzt schon einige Male vorgeführt und immer sehr gute Reaktionen bekommen. Obwohl ich in meinem professionellen Repertoire normaler Weise darauf achte, keine Unmengen von Trickkarten oder Trickdecks zu verwenden, wird Random trotzdem fester Bestandteil meines Close Up Programms, denn der Effekt kommt sehr gut an.

Ein kleiner negativer Punkt ist mir jedoch aufgefallen. Eine der Spielkarten im Deck ist so präpariert, dass nur Rechtshänder damit etwas anfangen können. Ich hab Peter gestern in einem Gespräch darauf hingewiesen und er hat mir gesagt, dass er es bei der nächsten Produktion berücksichtigen wird und die Karte zusätzlich auch für Linkshänder präpariert.

Fazit

Wir immer liefert Alakazam hier einen echt praxistauglichen Effekt. Peter hat sich viele Gedanken über das Handling gemacht und erklärt den Effekt auf der DVD in gewohnter souveräner Manier. Zwar kann jeder Linkshänder die fehlende Linkshänderpräparation selbst nachholen, ich hätte mir jedoch vom Hersteller dahingehend etwas mehr Rücksicht auf die Linkshänder erwartet. Hierfür gibt es einen Minuspunkt.

Gesamtbewertung 9/10

20.09

Big Revelation von Wayne Dobson

Der Effekt “Big Revelation” hat von allem etwas: es ist gewissermaßen ein Mentaleffekt, aber auch ein Kartentrick sowie ein Comedy-Act. Man kann “Big Revelation” sowohl Close-Up wie auch Stand-Up vorführen und wenn man will, dann kann man den Trick sehr gut mit anderen Effekten (z.B. Invisible Deck) kombinieren oder auch als “Stand-Alone” sogar völlig ohne Spielkarten präsentieren. 

Big Revelation von Wayne Dobson

Big Revelation von Wayne Dobson

Der Erfinder dieser Routine ist kein geringerer als Wayne Dobson und wer seine Effekte kennt, der weiß, dass man sich auf die Praxistauglichkeit verlassen kann. Abgesehen davon ist ”Big Revelation” extrem einfach vorzuführen, man muss keine Techniken oder Griffe beherrschen und kann sich also ganz auf die Präsentation konzentrieren. 

Bei “Big Revelation” geht es zunächst um eine Karte die der Zuschauer in Gedanken wählt, aber natürlich nicht nennt. Dieser Kartenwert soll nun auf magische Weise erraten werden und dazu wird ein gefaltetes Plakat benutzt um den Zuschauer völlig in die Irre zu führen. Jedes mal wenn das Plakat ein Stück weiter aufgefaltet wird, passiert irgend etwas lustiges – dabei wird immer die Frage an den Zuschauer gestellt, ob er seine gewählte Karte auf dem Plakat sehen kann. Zum Beispiel wird einmal eine Karte mit dem Wert “Pik 14″ sichtbar und kurz darauf erscheint die “Karo 15″; beide Kartenwerte existieren natürlich nicht und der Zuschauer wird selbstverständlich nicht bestätigen können, dass seine Karte erraten wurde. Jeder der etwas Ahnung von Spielkarten hat, wird sofort bemerken, dass die gezeigten Kartenwerte nicht ernst gemeint sein können (all diejenigen die es nicht sofort bemerken können ggf. aufgeklärt werden).

Nein - Symbol

Nein - Symbol

Schließlich wird der Zuschauer gefragt, ob er denn wisse, wie es nun weiter gehe. Die Antwort wird “Nein” sein und wenn das Plakat erneut aufgefaltet wird, dann ist dort ganz groß das Wort “No” zu lesen (in der deutschsprachigen Version ist das Wort “Nein” abgebildet). Zumindest diese Vorhersage hat offensichtlich funktioniert. Zum Schluss wird das Plakat ganz aufgefaltet; man sieht eine ganze Menge unterschiedlicher Karten die dort kreuz und quer aufgedruckt sind. Eventuell ist die Karte des Zuschauers dabei, vielleicht aber auch nicht – egal – die Vorhersage ist alles andere als magisch. Spätestens an diesem Punkt ist sich der Zuschauer sicher, dass seine in Gedanken gewählte Karte nicht erraten werden kann. Genau an diesem Punkt wird jedoch der korrekte Kartenwert genannt und das sorgt dann doch für eine Überraschung. Anschließend wird gleich noch eine zweite Karte (kann auch von einem anderen Zuschauer gewählt werden) zielsicher erraten.

Bis zu diesem Punkt hat man mit der “Big Revelation” zwei von den Zuschauern frei gewählte Karten erraten und für lustige Unterhaltung gesorgt. Soweit – so gut. Aber wer das volle Potential aus dieser Nummer schöpfen will, der sollte diesen Effekt mit einem “Invisible Deck” kombinieren, denn dann kann man zum Schluss auch noch zeigen, dass die vom Zuschauer gewählte Karte als einzige verkehrt herum in einem Kartenspiel liegt. der Clou: das Kartenspiel lag die ganze Zeit über offen auf dem Tisch und wurde nicht berührt.

Falt-Tafel / Plakat in Deutsch

Falt-Tafel / Plakat in Deutsch

Im Lieferumfang sind eine DVD und ein gefaltetes Plakat dabei. Das Problem: das mitgelieferte Plakat ist englischsprachig, was bedeutet, dass das Wort “No” darauf abgebildet ist und somit kann dieses Plakat bei einer Vorführung vor deutschsprachigem Publikum nicht eingesetzt werden. Ein deutschsprachiges Plakat kann man allerdings jederzeit dazu bestellen und somit ist man dann auch für die Präsentation in Deutsch gerüstet (dort ist das Wort “Nein” anstelle von “No” abgebildet). Bei SteMaRo-Magic bekommt man das deutschsprachige Plakat gleich kostenlos dazu wenn man den Effekt “Big Revelation” dort bestellt. Alternativ ist das deutschsprachige Plakat dort auch einzeln erhältlich.

Besonders praktisch ist an diesem Effekt, dass man problemlos auch vor größerem Publikum zaubern kann, da das Plakat auch auf weitere Distanz gut sichtbar ist. Außerdem hebt sich die Präsentation visuell von anderen Karten- und Mental-Effekten ab so dass man auch gleich etwas Abwechslung in der Show hat.

 
Fazit

Der Effekt ist schön, einfach vorführbar und gut durchdacht, allerdings sollte man den Grund-Effekt mehr als Comedy-Nummer sehen. Der Unterhaltungswert ist dann auf jeden Fall gegeben. Ich würde jedoch sehr empfehlen ein Invisible Deck für den Schluss-Effekt mit einzubinden denn nur dadurch wird der Höhepunkt dieses Tricks richtig zur Geltung gebracht. Meiner Meinung nach sollte man “Big Revelation” sowieso nicht als Einzeltrick sondern als Ergänzung bzw. Alternative zur klassischen Invisible-Deck-Routine sehen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist auf jeden Fall völlig in Ordnung denn schließlich ist im Lieferumfang auch eine gut gemachte DVD dabei.
Das einzige Manko könnte das englischsprachige Plakat sein, jedoch kann man jederzeit ein deutschsprachiges dazu kaufen (bzw. bei SteMaRo-Magic bekommt man es gleich gratis dazu). Somit ist auch dieses “Manko” beseitigt.
Alles in allem also auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

Gesamtbewertung (dafür gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, je nachdem wie man es verwendet):
7/10 – ohne Invisible Deck
8/10 – mit Invisible Deck kombiniert
10/10 – mit Invisible Deck kombiniert und mit deutschsprachigem Plakat

11.09

The Definitive Sankey

Vanishing Inc. präsentiert mit der Buchtriologie “The Definitive Sankey” ein längst überfälliges Werk. Ich bin mir nicht mal sicher ob Jay Sankey selbst weiß, wie viele Tricks er schon erfunden und wie viele er davon vermarktet hat. Andi Gladwin und Joshua Jay haben sich mit Jay Sankey zusammen getan und aus dieser schier unglaublichen Masse an Effekten die Spreu vom Weizen getrennt. Heraus kamen (und nein das ist kein Schreibfehler) die 500 besten Effekte von Jay Sankey, die in dieser englischen Buchtriologie (zusammen mit einer DVD) gesammelt wurden. Vier Jahre haben die drei an diesen Büchern getüftelt und geschrieben. Was dabei herausgekommen ist, ist wirklich fantastisch.

The Definitive Sankey

The Definitive Sankey

Das Preis / Leistungsverhältnis ist bei diesem Artikel enorm gut. 500 Effekte in einem einzigen Buch auf knapp 1.600 Seiten, das nenne ich mal ein Lebenswerk eines Künstlers und das schon zu einem Zeitpunkt an dem Jay noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Die Bücher sind toll aufgemacht. Vor jedem Effekt  kann man auf Anhieb den Schwierigkeitsgrad anhand von Sternen erkennen und die Bebilderung des Buches ist einfach mit viel Liebe zum Detail entstanden. Die Bücher sind in leicht verständlichem Englisch geschrieben und es macht wirklich Spaß darin zu schmökern. Zudem bekommt man beim Lesen viele Ideen für eigene Präsentationen.


Fazit

Ich hatte vor zwei Jahren die Gelegenheit Jay in der Schweiz zusammen mit einem seiner besten Freunde Richard Sanders persönlich kennen zu lernen und mich lange und ausführlich mit den beiden zu unterhalten. Dort zeigte Jay auch viele seiner aktuellen Effekte und ich war absolut begeistert. Oft geht es uns als Künstlern doch so, dass wir einen Effekt in einem Trailer sehen, den ganz toll finden, ihn bestellen und ihn nachdem wir wissen wie es funktioniert in die Ecke legen, weil wir denken, da muss jeder Laie sofort drauf kommen. Einige dieser Effekte, die ich selbst in die Ecke gelegt hatte stammten von Jay und ich bat ihn, sie mir vorzuführen, was er sehr gerne tat. Ich habe mich an diesem Abend eines besseren belehren lassen und habe einige dieser Effekte dann doch in meine Close Up Programme übernommen und sie kommen heute noch sehr gut beim Publikum an.

Ich kann diesen Büchern nur die absolut volle Punktzahl geben, denn sie sind ein Muß für jeden Sammler und eine Bereicherung für jeden Close Up Künstler!

Gesamtbewertung 10 / 10

04.09

TKO 2.0 von Jeff Kaylor

TKO 2.0 ist einer der “zweite Edition” Effekte, bei denen man wirklich sagen kann, dass es sich gelohnt hat eine zweite und verbesserte Version auf den Markt zu bringen. Leider gibt es viele 2.0 Effekte, bei denen der Kunde, der die erste Version des Effektes hat, kaum einen Mehrwert hat, wenn er auch die zweite Version kauft. Bei TKO 2.0 ist dies völlig anders. Das Gimmick ist deutlich weiter entwickelt, als das in der ersten Version und enthält zusätzlich das von Jeff Kaylor entwickelte Utimate Card Control Utility, welches auch beim Effekt “Any signed Card to any Spectators Wallet” zum Einsatz kommt. Zudem ist diesmal sowohl das weiße und das schwarze Gimmick sowie das benötigte Nähzeug dabei ist.

TKO 2.0 von Jeff Kaylor

TKO 2.0 von Jeff Kaylor

Auf der ausführlichen DVD erklärt Jeff sehr genau, wie das Gimmick vorbereitet wird und wofür man das Nähzeug braucht. Aber keine Angst, das Gimmick wird nicht in die Klamotten genäht, es ist jederzeit wieder abnehmbar. Zudem erklärt Jeff auf der DVD verschiedene Verschwindetechniken, die man mit TKO 2.0 mit etwas Übung vorführen kann.

Der Schwierigkeitsgrad der Verschwindemethoden ist meiner Meinung nach im Mittelfeld angesiedelt. Mit ein wenig Übung ist es kein Problem, TKO 2.0 sicher und zuverlässig zu verwenden.

TKO 2.0 kann mit ein paar Handgriffen von einem Hemd in ein anderes integriert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man das Hemd in der Hose stecken hat oder ob er heraus hängt.

Durch das eingebaute “Plinko-System” ist es möglich, mehrere Münzen hintereinander verschwinden zu lassen, ohne das man ein verdächtiges Klicken hört.

 
Fazit

TKO 2.0 ist wirklich deutlich besser als die erste Version. Zudem handelt es sich bei den Verbesserungen nicht nur um neue Handhabungen, die man auch kostenlos hätte nachliefern können. Man ist mit dem neuen und verbesserten Gimmick wirklich deutlich besser ausgerüstet. Die auf der DVD erklärten Routinen sind sehr durchdacht und alle recht einfach, verfehlen jedoch nicht ihre Wirkung.

Selbst wenn man weiß, wie und wann die Münze verschwindet, ist es nicht möglich die Münze verschwinden zu sehen. Zudem ist man nicht auf Münzen oder Spielkarten beschränkt, denn es möglich praktisch jeden kleinen und flachen Gegenstand mit Hilfe von TKO 2.0 verschwinden zu lassen.

Gesamtbewertung 10/10

20.08

Aura von Jay Crowe

Immer direkter, immer visueller und dabei möglichst einfach – das sind immer häufiger die Ansprüche die an einen Kartentrick gestellt werden. Genau das verspricht der Hersteller Ellusionist nun mit seinem Effekt “Aura” von Jay Crowe zu erfüllen, aber kann dieser Kartentrick halten, was der Hersteller verspricht?

Aura von Jay Crowe

Aura von Jay Crowe

Betrachtet man zunächst einmal den Lieferumfang, so scheint das auf den ersten Blick etwas “Ellusionist-untypisch”, denn es gibt diesmal keine DVD zum Gimmick dazu sondern nur ein kleines Booklet (und exklusiv bei SteMaRo-Magic natürlich auch noch eine hauseigene deutsche Anleitung). DVD hin oder her – das muss kein Nachteil sein, denn wenn der Effekt so einfach ist, wie Jay Crowe verspricht, dann kann man auf die DVD sowieso verzichten.

Und da sind wir auch schon beim Thema: Der Effekt ist grundsätzlich schon sehr einfach vorzuführen, jedoch muss man ein paar “Rahmenparameter” beachten um mit der Präsentation erfolgreich zu sein und genau dies erfordert ein wenig Erfahrung. Wer sich mit Aura näher beschäftigt, der wird sicherlich zustimmen, dass der Effekt zwar wirklich sehr visuell und stark ist, dass allerdings die Aussage des Herstellers bezüglich der besonders einfachen Handhabung nur eine Halbwahrheit ist. Fakt ist, dass für Aura Sonnenlicht benötigt wird… kein zu starkes und kein zu schwaches und genau das ist der Knackpunkt. Man kann den Effekt nicht bei Abenddämmerung und auch nicht bei strahlender Mittagssonne vorführen – alles was dazwischen liegt ist jedoch perfekt für die Vorführung geeignet. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist der Rest wirklich nicht mehr schwer.

Was bei “Aura” geschieht ist schnell erzählt: Eine unbedruckte Spielkarte wird auf die Hand des Zuschauers gelegt. Dann wählt der Zuschauer aus einem normalen Kartenspiel eine Karte aus und schon erscheint der Kartenwert welcher soeben gewählt wurde auf der Blanko-Karte die sich in der Hand des Zuschauers befindet. Das Besondere daran ist, dass sich die leere Karte nicht auf einmal und ganz plötzlich verwandelt, sondern dass der Kartenwert langsam auf der Blanko-Karte erscheint – man kann dabei zusehen, wie die Farbe und die Kontraste immer stärker werden, bis schließlich ganz deutlich der Kartenwert zu erkennen ist. Die Verwandlung bzw. Erscheinung oder wie auch immer man es nennen will, sieht wirklich sehr mystisch aus.

Der Effekt erinnert insgesamt etwas an “WOW von Masuda”, allerdings ist bei Aura keine Abdeckung bzw. kein Plastik-Kästchen nötig um die Karte erscheinen zu lassen. Dafür ist man eben abhängig vom Sonnenlicht. Alles hat eben seine eigenen Vor- und Nachteile.


Fazit

Aura von Jay Crowe ist tatsächlich nicht schwierig in der Handhabung, jedoch ist es auch nicht ganz so einfach wie vom Hersteller behauptet, denn es müssen ein paar Rahmenbedingungen (Sonnenlicht) beachtet werden. Somit ist das vollmundige Versprechen des Herstellers nur teilweise eingehalten und dafür gibt es einen Punkt Abzug. Der Effekt ist insgesamt sehr visuell und bietet viele unterschiedliche Vorführ-Möglichkeiten, allerdings ist man immer an das Sonnenlicht gebunden, was die Vorführung im Indoor-Bereich sowie nachts unmöglich macht – hierfür werden 2 Punkte abgezogen. Was den Lieferumfang angeht, da hätte man sicherlich auch eine kurze DVD dazu packen können, aber das ist nicht zwangsweise nötig, denn SteMaRo-Magic liefert zusätzlich eine deutsche Anleitung mit. Letztendlich würde ich diesen Effekt insgesamt mit 5 von 10 Punkten bewerten.

Gesamtbewertung: 5 / 10

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